Identitätsverhandlungen in postmigrantischen Räumen. Vladimir Vertlibs Lucia Binar und die russische Seele
摘要
Postmigrantische Literatur zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie natio-ethno-kulturelle Zugehörigkeitsordnungen zu destabilisieren und eine Veränderung gängiger Denk- und Deutungsmuster anzustoßen vermag. Dies trifft auch auf den Roman Lucia Binar und die russische Seele (2015) von Vladimir Vertlib zu, in welchem er anhand einer bunt zusammengewürfelten Wohngemeinschaft eines alten Wiener Mietshauses Konfliktlinien einer heterogenen Gesellschaft aufzeigt bei gleichzeitiger Verflüssigung sozialer (Raum-)Ordnungen. Dabei veranschaulicht er machtvolle diskursive Mechanismen der Erzeugung von Differenz, Alterität und Identität, aber auch wie seine Figuren mit Strategien der Maskerade Subjektivierung und Othering abwehren. Nicht zuletzt soll im Beitrag auch Vertlibs subversive.