Vexierbilder als gegenhegemoniales Moment. Strategien postmigrantischen Erzählens bei Andrea Karimé
摘要
Der Beitrag geht anhand ausgewählter Texte aus dem Œuvre Andrea Karimés der Frage nach, was postmigrantisches Erzählen ausmacht. Ziel ist es, Karimés Erzählweise(n) unter der Frage zu rekonstruieren, inwiefern sich darin Alternativen zu traditionellen Erzählweisen über Migration herauskristallisieren, die hegemoniale Diskurse unterlaufen. Ausgehend von vier Thesen, die wir als konstituierend für postmigrantisches Erzählen „beyond belonging“ (Langhoff 2023, o.S.) vorschlagen, werden Karimés Strategien, die die Literarisierung des Phänomens Migration jenseits hierarchischer Positionszuweisungen ermöglichen, aufgefächert: So fokalisiert Karimé ihre Texte meist intern durch Kinderfiguren of Color, die in erster oder zweiter Generation nach Deutschland zugewandert sind, sie verknüpft mehrere Themenkreise, um monothematische Problemorientierungen zu vermeiden und sie nutzt wiederkehrend Sprache als Medium und Motiv, das teilweise in einem intermodalen Spannungsverhältnis verhandelt wird.