Wie die Oper nach Heidelberg kam
摘要
»Die Wissenschaft lebte in Heidelbergs Mauern | Gar einsam verlassen bisher und allein | Und musste die Kunst, ihre Schwester, betrauern, | Die immer ihr fehlte zum trauten Verein. | Die Wieg' wird erbauet für's Schwesterlein, | Mög's fortan erstarken und kräftig gedeih'n!« So lautet eine der 16 Strophen des Zimmerspruchs (Richtspruchs), der beim Richtfest des Heidelberger Stadttheaters am 9. Juli 1853 vorgetragen wurde. Das Gedicht spielt an dieser Stelle darauf an, dass es in der Universitätsstadt Heidelberg – im Vergleich zu anderen deutschen Städten wie beispielsweise Mannheim, wo es seit 1777 ein festes Theater gab, – recht lange gedauert hat, bis es zum Bau eines Theaters kam. Dies lag, wie Leo Ziegler in seiner Geschichte des Heidelberger Theaters (1903), eine der wenigen Quellen zur frühen Heidelberger Theatergeschichte, darlegt, nicht an einem fehlenden Wunsch der Stadtbevölkerung nach einer solchen Einrichtung. Vielmehr hatte die Universität große Vorbehalte gegenüber Theaterdarbietungen in Heidelberg.