Zwischen Klassiker und Kultbuch
摘要
Der Beitrag arbeitet mit einer Unterscheidung im Rezeptionsstatus: einerseits der hohe, „klassische“ Grad der Kanonisierung, andererseits die Geltung als Kultbuch, die sich nach der charismatischen Ausstrahlung eines literarischen Werks bemisst – bis hin zu verehrenden Lesepraktiken. Das Profil des Haffmans Verlags besetzt hingegen eine Sonderposition, indem es Überschneidungszonen jener prinzipiell differenten Kategorien auslotet. Exemplarisch bieten die Titel Gute Güte, Göthe! (1999) und Ein Chinese in Rom (2013) über Goethe und Jean Paul eine komische Durchdringung solcher doppelt beleuchteten Anschlussphänomene. Eine weitere programmtypische Komponente beruht auf der Verwandtschaft zweier ungleichzeitiger Stränge humoristischen Schreibens: Lange vor der Neuen Frankfurter Schule, weit vor jüngeren Klassikern wie Arno Schmidt gab es die hochrangigen Humoristen Laurence Sterne oder erneut Jean Paul. Die legendäre Trilogie des laufenden Schwachsinns (1973–78, bei Zweitausendeins) von Eckhard Henscheid rückt ins Licht einer etablierten Tradition sowie eines konsistenten verlegerischen Interesses.