„… erstens betrachten wir Leute, die genau wissen, was Literatur ist, mit Mißtrauen …“
摘要
Der Beitrag fokussiert den Übergang Gerd Haffmans’ von Daniel Keel (Diogenes) zu seinem eigenen Verlag. Es werden die Jahre, die Haffmans bei Diogenes verbrachte, sowie die Gründe und der Ablauf seiner Entscheidung zur Gründung des eigenen Verlags skizziert. Dabei wird auch auf die Zusammenarbeit mit Autoren wie Arno Schmidt und die Bedeutung von Alfred Anderschs Eintritt bei Diogenes eingegangen, vor allem aber beleuchtet der Beitrag das Literaturverständnis und das Programm des frühen Haffmans Verlags. Dabei zeigt sich, dass der Literaturbegriff des frühen Haffmans Verlags stark von einer eigenwilligen Konzeption angelsächsischer Literatur geprägt worden ist, die Andersch in programmatischen Essays der ausgehenden sechziger und der siebziger Jahre niedergelegt hat. Anhand der exemplarischen Beleuchtung einzelner Autoren werden die Aufhebung der im deutschsprachigen Raum fest etablierten Grenze zwischen E- und U-Literatur, das Verlegen ‚temperamentvoller‘ Literatur jeglichen Genres sowie die Ausrichtung auf ein ‚großes Minderheitenpublikum‘ als zentral herausgearbeitet.