„Der Menschheit schwerster Jammer fasst uns an“
摘要
Der Parodist und bildende Künstler Heino Jaeger (1938–1997) war für Eckard Henscheid ein „Jahrtausendgenie“, und eine kleine Fangemeinde bemüht sich seit langem enthusiastisch um Jaegers von einem „absoluten Gehör“ für Tonfälle gekennzeichnetes humoristisches Erbe, das v. a. aus Mitschnitten seiner Radioauftritte besteht. Jaegers Bezugspunkte sind die Rundfunk- und Fernsehlandschaft der 60er und 70er Jahre mit ihren teils skurrilen Formaten und Protagonisten genau wie die dem Alltagsleben abgelauschten forciert naiven, ins Tragikomische und Makabre gewendeten und oft genug ressentimentgesättigten Redeweisen kleiner Leute. Seine pointenlose, souverän beiläufige Komik zielt auf autoritätsheischendes Expertentum, auf Floskelhaftigkeit und alle nur denkbaren Formen von Bedeutsamkeit. Der Beitrag skizziert Jaegers Technik einer minimalen Verschiebung der Realität ins Groteske und Absurde und fragt nach der Aktualität dieser Form des Komischen, wenn die realen Vorbilder, auf die sie ursprünglich zielte, immer mehr verblassen.