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Fall 50 (NERD): Eine Armverletzung mit EKG-Veränderungen

  • Steffen Grautoff,
  • Klaus Fessele,
  • Niclas Knappen

摘要

Gerade nachdem du dich nach einer bislang anstrengenden Schicht gegen Nachmittag mit der Fernbedienung in der Hand in den Sessel auf der Wache hast fallen lassen, bekommst du erneut einen Alarm. Du schaltest den Fernsehbildschirm wieder schwarz und schaust auf dem Weg zu deinen Stiefeln auf den Melder: „Blutung linker Arm durch Trauma“ steht dort geschrieben. Du denkst darüber nach, wie lange du kein Trauma mehr hattest, als du dein Blaulicht einschaltest und schnell über die Landstraße in ein Waldgebiet fährst. Während du dich auf der Anfahrt mit deiner Kollegin darüber unterhältst, in welchem Rucksack sich das Tourniquet befindet, nähert ihr euch der Einsatzstelle. Dort steht ein Mann, der euch hektisch zu sich winkt. Als ihr näher kommt, deutet dieser auf einen weiteren Mann, der am Boden liegt. Notdürftig hält er ein blutgetränktes Taschentuch auf seinen linken Unterarm. Du springst aus dem Fahrzeug und kniest dich vor den Patienten, während deine Kollegin die Utensilien holt. Du hebst das Taschentuch hoch und siehst eine tiefe Wunde, aus der aber zum Glück kein Blut spritzt, dafür aber recht zügig heraussickert. Deine Kollegin hat mittlerweile den Trauma-Koffer neben dir aufgeklappt und reicht dir ein Tourniquet, welches du dankend ablehnst. Daraufhin verlangst du einige sterile Kompressen, mit denen du die Wunde abdeckst. Deine Kollegin verbindet den Arm und die Blutung steht. Erst jetzt findet ihr Zeit, eine richtige Anamnese zu erheben. Am Boden liegt eine Motorsäge. Die beiden Männer waren im Wald zum Baum fällen. Plötzlich sei der Patient mit der laufenden Motorsäge in der Hand umgefallen und habe dabei die Kontrolle darüber verloren, sodass das noch laufende Sägeblatt beim Umfallen den linken Unterarm streifte. Nach diesem Hinweis entdeckt ihr noch am Hinterkopf eine kleine Platzwunde, die ihr ebenfalls versorgt. Der Patient selber erinnert lediglich, dass er von jetzt auf gleich Herzrasen bemerkt hatte und ihm schlagartig schwindelig wurde. Wie die Verletzung zustande gekommen war, hat er nicht mitbekommen. Er sei 64 Jahre und betont, dass er in diesem Jahr noch „gesund und munter“ in Rente gehen möchte. Seinen Diabetes habe er im Griff, vor 5 Jahren sei ihm im Rahmen eines Herzinfarktes ein Stent am Herzen gesetzt worden und seitdem habe er auch mit dem Rauchen aufgehört. Deine Kollegin wedelt bereits mit dem Autoschlüssel, da sie den Patienten endlich in die Wundversorgung der nächsten Klinik fahren möchte. Du bist gerade erst richtig hellhörig geworden und schwenkst von unfallchirurgischer Erstversorgung auf die Frage nach der Ursache für das Ereignis. Insbesondere unter diesem Aspekt bestehst du darauf, nach ABCDE vorzugehen und ein EKG zu schreiben.