Fall 48 (NERD): Echter Herzschmerz
摘要
Es ist Winterzeit, du hast gerade den RTW nach dem dritten Infektionstransport in Folge sauber geputzt. Da geht der Melder: „Dyspnoe, leicht, 60 Jahre, weiblich“. Noch auf der Anfahrt spricht die Leitstelle euch an, dass die Patientin fiebrig ist. Zusätzlich erinnert die Leitstelle, dass sich aufgrund des hohen Fahrtenaufkommens RTWs umgehend freimelden sollen, sobald das möglich ist. NEFs seien alle gebunden, für diese gelte es ebenso. Außerdem wurdet ihr bei der letzten Fahrt in die ZNA des Maximalversorgers gebeten, sie nicht mehr anzufahren. Eigentlich überflüssig die Ansage, denn ihr hattet mit eigenen Augen das dort herrschende Chaos gesehen, welches durch die vielen Patienten verursacht war. An der Einsatzstelle findet ihr die 60-jährige Patientin mit erheblicher Dyspnoe, auch in Ruhe vor. Nikotingeruch hängt in der Luft, der Aschenbecher ist voller Kippen. Sie lebt alleine. Unter Tränen berichtet sie, dass gestern ihr langjähriger Lebensgefährte unerwartet gestorben sei. Anamnestisch gibt sie die zum Nikotinabusus passende obligatorische COPD an. Dazu kommt noch eine medikamentös eingestellte arterielle Hypertonie. Klinisch gibt sie subfebrile Temperaturen, gelblichen Auswurf und mittlerweile auch eine Orthopnoe an. Du fragst nach Thoraxschmerzen, diese werden verneint. „Keine Thoraxschmerzen, also auch kein EKG“ … denkst du und freust dich über die Zeitersparnis. Du tauschst dich mit deinem Kollegen über das weitere Vorgehen aus und ihr beschließt taktisch, einen schnellen Transport mit dem Tragestuhl zum RTW und dann den näher gelegenen Basisversorger mit der Verdachtsdiagnose einer Pneumonie bei vorbekannter COPD anzufahren. Während dein Kollege den Tragestuhl holt, gibst du ihr hoch dosiert Sauerstoff und kümmerst dich um das ABCDE.