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Mit den Sinnen zur komplexen Betrachtung

  • Brigitte Duvinage,
  • Marc Sören Homeyer

摘要

„Nichts hat eine solche Kraft, den Geist zu erweitern, wie die Fähigkeit, systematisch und wahrhaftig alles zu untersuchen, was die im Leben unter die Augen kommt“ (M. Aurelius) Und Lernenden kommt wahrlich viel vor Augen, wenn sie im Chemieunterricht experimentieren oder für sie experimentiert wird, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Sie sind dabei in Verbindung mit Gerätekenntnissen gefordert, die Geräte zu benennen und zu Experimentieranordnungen zusammenzufügen sowie mit Hilfe geistiger und geistig praktischer Tätigkeiten das Experiment vorzubereiten, durchzuführen, zu beobachten, zu beenden sowie die Ergebnisse zu deuten, also auszuwerten. Bezüglich der möglichen Beobachtungen bei den durchführbaren oder durchzuführenden Experimenten ist herauszustellen, dass es sowohl Experimente mit einer zu beobachtenden Erscheinung gibt als auch bei einer Vielzahl von Experimenten mehrere Erscheinungen gegeben sind. Sind mehrere Erscheinungen zu beobachten, liegt es in der didaktischen Entscheidung des Lehrenden, Lernende auf alle Erscheinungen zu fokussieren oder auszuwählen und somit sukzessive einzelne Erscheinungen in Verbindung mit weiteren Lerninhalten in den Mittelpunkt zu stellen. Letzteres bedeutet, ein Experiment mit mehreren zu beobachtenden Erscheinungen kann mehrfach mit unterschiedlicher didaktisch-methodischer und erkenntnisgewinnender Zielsetzung eingesetzt werden. Experimente mit nur einer zu beobachtenden Erscheinung werden in der Regel direkt mit den in Beziehung stehenden Lerninhalten durchgeführt. Das heißt aber nicht, dass es im weiteren Verlauf des Chemieunterrichts keine weitere Berechtigung für den nochmaligen Einsatz gibt, egal für welche Einsatzmöglichkeiten sich entschieden wird, Lernende sind gefordert, kumulativ das Beobachten zu entwickeln, um zu ganzheitlichen Wahrnehmungen gelangen zu können. Mit Voraussetzung ist, dass die Intensität der zu beobachtenden Effekte in dem Maße gegeben sind, dass sie wahrgenommen werden können. Im Kapitel erfolgt zunächst eine Zusammenfassung des erkenntnistheoretischen Diskurses zur Wahrnehmung, Beobachtung, Vorstellung sowie zu Effekten, um dann darauf basierend Experimente zum Mehrfacheinsatz und zur mehrfachen Integration vorzustellen. Experimentieranordnungen und Protokollinhalte runden die Darstellung ab.