Literarische Interventionen in polarisierte Öffentlichkeiten bei Claudia Rankine und Carrie Mae Weems
摘要
Dieser Beitrag geht der Frage nach, wie künstlerische Innovationen eine kritische Intervention in polarisierte Öffentlichkeiten ermöglichen. In zwei Fallstudien werden ästhetisch innovative, intermediale Text-Bild-Kollagen der Lyrikerin Claudia Rankine und der Fotografin Carrie Mae Weems untersucht. Durch Formate mit aufschlussreichen Wechselwirkungen zwischen Texten und Bildern zeigen die Arbeiten der beiden afroamerikanischen Künstlerinnen Alltagserfahrungen von Differenz und Solidarität in gewachsenen historischen Strukturen mit rassistischer Prägung. Wir untersuchen, mit welchen ästhetischen Strategien Rankines und Weems’ Text-Bild-Kollagen in häufig polemisch geführte öffentliche Diskurse der Gegenwart intervenieren. Dabei werden dichte Beschreibungen des Verhältnisses zwischen ästhetischen Formen, politischen Positionierungen und öffentlichen Verhandlungen entwickelt. Mit ihrer symbolischen Kraft arbeiten Rankines und Weems’ Werke gegen öffentlich eingefahrene Rezeptionsprozesse; sie stellen neue Bilder und Begriffe gegen rassistisch geprägte Muster im öffentlichen Austausch, die gleichermaßen in ihrer Ästhetik wie auch in ihrer gesellschaftlichen Gestaltungskraft wahrgenommen werden wollen. Sie bringen die selbstverständliche Forderung mit sich, an den privilegierten Orten des sozialen Raums Platz zu finden. Die hier untersuchten Arbeiten entfalten über ihre Ästhetik Kritik an historisch verfestigten Strukturen der Öffentlichkeit und entwickeln darüber hinaus zuversichtliche und potentiell wirkmächtige Entwürfe für neue Weisen des Zusammenlebens.