Schlussfolgerungen
摘要
Im Zuge der automatischen Extraktion von Raumentitäten wurde deutlich, dass die bloße Häufigkeitsrate von Ortsangaben nicht ausreicht, um die tatsächliche Geographie des Gesamtkorpus korrekt abzubilden. Vielmehr ist es erforderlich, die spezifische Rolle der jeweiligen Raumentitäten im Text zu bestimmen, um zu erkennen, ob sie einen direkten Einfluss auf den Verlauf der Geschichten haben, oder lediglich als Verweise auf bestimmte Regionen dienen. Betrachtet man die Überlappungen zwischen Geo- und Metaraum in den Texten des Eastern European turn so stellt man fest, dass Schauplätze und Toponyme in den deutschsprachigen Ländern dominieren, während Gattungsbezeichnungen und projizierte Orte den südosteuropäischen Raum kennzeichnen. Während in den westlichen Großstädten die Schauplatz-Referenz durch den Gebrauch von Toponymen hergestellt wird, werden Gattungsbezeichnungen wie Hinterland, Küste, Karstgebiet, Brachland, Berge als Mittel zur Bestimmung fiktiver Schauplätze in Südosteuropa verwendet. Diese bewusste Unschärfe in der Darstellung Südosteuropas, als auch die Ersetzung der geographischen Präzision durch eine gewisse Ambiguität, ermöglicht es den Autor*innen eine universelle Dimension in ihren Werken einzubringen, welche den Leser*innen einen Raum für eigene Identifikationen eröffnet.