Andere Länder oder die Bücher im ›Elend‹
摘要
Eine Zäsur trat 1933 ein, als deutschsprachige Verlegerinnen und Verleger, Übersetzerinnen und Übersetzer sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller ins Exil gingen. Dank der deutschen Exilantinnen und Exilanten entwickelte sich das internationale Agentursystem rasch: Berühmte Schriftstellerinnen und Schriftsteller hatten auf dem großen deutschen Buchmarkt plötzlich kein Publikum mehr und brauchten dringend Übersetzungen. In diesem Kapitel konzentriere ich mich auf das Agieren von Bertolt Brecht, Anna Seghers und Irmgard Keun im internationalen Literaturbetrieb. Zwangsläufig setzte allmählich ein Umdenken bei ihnen ein. Sie versuchten, ihr eigenes Werk international zu lizenzieren, und begannen, sich bereits im Stadium des Schreibens an Lesegemeinschaften außerhalb Deutschlands zu wenden. Weiter konzentrierten sie sich auf transnationale Themen und reflektierten den eigenen Vermittlungshorizont.