Die Maske als Modell. Die bauta und ihre Prinzipien der Konkludenz in Goldonis Il Servitore di due padroni (1746) und La Locandiera (1752)
摘要
Goldonis Theater ist als venezianisches zu begreifen. Dies zeigt sich zum einen durch die häufige Verwendung von Commedia-dell’arte-Masken, aber auch, wie der Beitrag darlegt, zum anderen durch eine Integration der Prinzipien der bauta, jener Ganzkörpermaske, die für Geschlecht, Alter und Außen eine Anonymität generiert und zugleich die Zugehörigkeit zur venezianischen Adelsgesellschaft signalisiert. Die vergleichende Analyse von Il Servitore di due padroni und La Locandiera zeigt, inwiefern die Konkludenz als nonverbale Mittel (z. B. Handschlag, Ohnmacht) die Prinzipien der bauta darstellt und diese als Strategien der beiden weiblichen Hauptfiguren verwendet werden, um ihnen durch das maskenhafte Verhalten Freiheiten zu ermöglichen, die ihnen als Frauen nicht zustehen. Dabei bleiben beide Komödien dennoch im Rahmen des Oikos und loten dessen Grenzen spielerisch mit der Maskerade aus.