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Koloniale Pflanzenverschiffung

  • Thomas Miedaner

摘要

Der Kolumbus-Effekt betraf nach und nach die ganze Welt. Zunächst wurden die europäischen Kulturpflanzen und Gewächse von den Siedlern mit in die neue Heimat genommen. Weizen und Gerste wachsen als Sommerform im Mittleren Westen, in den Steppen Argentiniens und an der Ostküste Australiens genauso gut wie in Norddeutschland. Damit verbreiteten sich die Roste und der Echte Mehltau ebenso wie die Vorratsschädlinge weltweit. Hinzu kamen weitere Schadpilze aus Europa, wie die Erreger der Rhynchosporium-Blattflecken, der Sprenkelkrankheit (Ramularia) bei Gerste, der Spelzenbräune und der Blattseptoria bei Weizen, wie DNS-Analysen belegen. Gleichzeitig versuchten die Kolonialmächte mit landwirtschaftlichen Produkten Geld zu machen und verschleppten den Kaffee von Ostafrika erst nach Sri Lanka, dann nach Südamerika und die Bananen aus Südostasien in die ganzen Tropen. So konnte es geschehen, dass eine Pilzkrankheit der Bananen, die zuerst auf einer einsamen Fiji-Insel gesichtet wurde, heute in der ganzen Welt gefürchtet wird und der Kaffeerost aus Äthiopien ganze Ernten in Mittelamerika vernichtet.