Vorderasien und andere Hotspots der Domestikation
摘要
Vor etwa 12.000 Jahren begannen die Menschen im „Fruchtbaren Halbmond“ Ackerbau zu betreiben. Doch schon lange zuvor hatten sie die vorhandenen Pflanzenarten gesammelt und zu Nahrung verarbeitet. Heute unterscheidet man in einem dynamischen Mehrstufenmodell vier Phasen der Domestizierung. Dabei siedelten schon damals zahlreiche Pilze auf den dortigen Pflanzen, seien es Getreideroste, Echter Mehltau, aber auch der Erreger der Ramularia-Blattflecken. Auf Keramikscherben aus dem 8. Jahrtausend v. u. Z. fanden sich Abdrücke von Schwarzrost und dem Erreger von Bipolaris-Blattflecken. Auch die Bibel schreibt neben Heuschrecken von schrecklichen Getreidekrankheiten, die zum Hunger führten. Die Molekularbiologie bestätigt die Herkunft und das Alter einiger dieser Krankheiten, die dann zusammen mit den neuen Kulturpflanzen nach Europa kamen und uns heute noch beschäftigen. Hinzu kamen Insekten als Vorratsschädlinge und natürlich die Mäuse, für die die frühen Vorratsspeicher ein wahres Eldorado waren. Auch die Potyviren entwickelten sich zu dieser Zeit auf Kulturpflanzen. Zwei wichtige Ungräser waren Roggen und Hafer, die erst später kultiviert wurden. Andere Zentren der Landwirtschaft lagen in Nord-, Mittel- und Südamerika, in Westafrika sowie in Südost-Asien.