Der Sein-Sollen-Fehlschluss – grundlegend, verführerisch und gefährlich
摘要
Dieses Kapitel behandelt den zentralen Grundsatz der Ethik, dass Werte und Normen nicht aus empirischen Fakten abgeleitet werden können. Es geht um ein im Alltag häufig vorzufindendes Phänomen, wenn in ethischen Kontroversen aus empirischen Aussagen (dem Seienden) direkt geschlossen wird, was Menschen tun oder lassen sollen und was als moralisch richtig oder falsch gilt (das, was sein soll). Wenn in ethischen Auseinandersetzungen Bezüge zu naturwissenschaftlichen Befunden oder Konzepten hergestellt werden, ist ein Verständnis darüber, dass ethische Argumente auf normativen Prämissen (unsere moralischen Werte) beruhen und dass man erkennt, wann in einer Debatte ein Sein-Sollen-Fehlschluss vorliegt oder naturalistisch argumentiert wird, von zentraler Bedeutung.