„Weil es malbar ist“. Über die Ambivalenz in Zeugenaussagen. Oder: Zeugenaussagen und Malerei als gemeinsames Gebet und Trauerarbeit
摘要
Das Ziel dieses Betrags ist zu klären, welche Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten mit dem Akt des Teilens von Erfahrungen und Erinnerungen und dem Ausdruck des Unaussprechlichen einhergehen. Zunächst wird anhand der Berichte von drei Projektteilnehmerinnen ein Bild von den Merkmalen dieser Aktivität zu zeichnen versucht und das Projekt in drei Dimensionen analysiert: Produktions-, Zeugnis- und Ausstellungsaktivitäten. Die eigentümlich ambivalente Mischung aus Möglichkeit und Unmöglichkeit, das Unaussprechliche auszudrücken, wird diskutiert unter Bezugnahme auf Kenzaburō Ōe, der das eigentümliche Schweigen mit der „menschlichen Legitimität“ in Verbindung brachte, auf Carolin Emcke, die die Ethik und die Sagbarkeit über das „Unaussprechliche“ erörterte, und auf Michiko Ishimure, die über die Katastrophe der Minamata-Krankheit schrieb. Anschließend wird dargelegt, dass durch den Prozess der gemeinsamen Produktion von Bildern durch die Hibakusha und die Schülerinnen gemeinsame Heilungs-, Katharsis- und Trauerbewältigungsaktivitäten realisiert werden.