Kann ein Zeugnis einer Katastrophe übertragen werden? Über den Zusammenhang von Zeugnis und Bildern der Atombombe aus der Perspektive der Psychoanalyse von Jacques Lacan
摘要
In diesem Kapitel wird die Struktur der Übertragung im Projekt „Painting of the Atomic Bombing with the Next Generation“ unter Bezugnahme auf die Theorien des Psychoanalytikers Jacques Lacan untersucht. Zunächst wird an Lacans Formel „Ein Brief erreicht immer seinen Bestimmungsort“ gezeigt, dass die Schüler, die ihre Erfahrungen nicht mit den Hibakusha teilen, sich auf die Seite der Zeugen des Atombombenabwurfs stellen, obwohl sie dies nicht erlebt haben. Als Nächstes wird die Entstehung von Gemälden im Projekt erörtert in Hinblick auf den psychoanalytischen Rahmen von Lacan, der darauf abzielt, die traumatischen Erfahrungen in der Kunst auszudrücken. Im Gegensatz zu Aussagen der Zeugen enthüllen die ‚Bilder der Atombombe‘ die „Wahrheit“ des Atombombenangriffs für die Zeugen, die sich von den „Fakten“ des tatsächlichen Geschehens unterscheidet. Der Beitrag kommt zu dem Schluss, dass ein Zeugnis „bereits“ zufällig weitergegeben wird, bevor man versucht, es weiterzugeben.