Ist das „Ich denke“ der transzendentalen Apperzeption ein performativer Akt?
摘要
Die für die Titelfrage relevanten Akte werden zunächst in Mitteilungen und Urteile sowie unabhängig davon in performative, selbstbelegende und gewöhnliche Akte unterschieden. Es folgen weitere Differenzierungen mit Blick auf neuere Arbeiten zum Verhältnis von Subjektivität und Wahrheit, Denken und Sein, Selbstbewusstsein und Objektivität, in denen das Bewusstsein des „Ich denke“ als ein unpersönliches Selbstbewusstsein des Urteils figuriert. Demgegenüber soll hier die referentielle Seite des „ich“ im „Ich denke“ betont werden. Dies wird im Rahmen einer Dreistufenthese zum Gebrauch von „ich“ geschehen, mittels deren die Titelfrage schließlich verhalten positiv beantwortet werden kann. Zur Vorbereitung muss vorher noch (a) der problematische vom assertorischen Gebrauch des „Ich denke“ unterschieden, (b) die transzendentale gegen andere Arten der Apperzeption profiliert und (c) auf eine Theorie der apriorischen Voraussetzungen der Bezugnahme verwiesen werden.