Vom Petrozän zum Plastozän: Fossil-chemisch aktualisierte Welterzählungen
摘要
Das Kapitel nimmt sich vor, die stofflich gefassten Anthropozän-Variationen ‚Petrozän‘ und ‚Plastozän‘ mit den analytischen Mitteln des (Material) Ecocriticism zu untersuchen. Das Ziel ist, die hinter diesen Begriffskonstruktionen aufscheinenden Vorstellungen von anthropozäner Materialität und ihrer kulturellen Semiose herauszuarbeiten und literaturanalytisch fruchtbar zu machen. Für aus dem Boden geholte Rohstoffe, die defiziente ‚Nicht-Orte‘ hinterlassen, wird die These einer ‚negativen Stratigraphie‘ entwickelt. Diese bildet einen Gegenbegriff zum additiven Charakter der Anthropozän-Phänomenologie seit der Großen Beschleunigung und ist darauf angelegt, die entstandenen Nicht-Orte zu rematerialisieren. Eine Relektüre von Roland Barthes Alltagsmythologie entwickelt anschließend einen Gegenentwurf, der den Kunststoff als Gegenstand ‚erstarrter Aussagen‘ durch eine materiell-semiotische Perspektive aus seiner Erstarrung löst und zugleich mythenkritisch entzaubert, indem er in Plastozän-Ökologien übersetzt wird. Die Analyse von Karen Tei Yamashitas Roman Through the Arc of the Rain Forest (1990) führt die beiden Diskurse – das Petro- und das Plastozän – zusammen.