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Diagnostik funktioneller Störungen der Nahrungsaufnahme

  • Margarete Bolten,
  • Corinne Légeret,
  • Simone Odenheimer

摘要

Eine vollständige Diagnostik funktioneller Störungen der Nahrungsaufnahme basiert immer auf dem bio-psych-sozialen Modell, welches davon ausgeht, dass psychosomatische oder funktionelle Beschwerden immer durch ein Ineinandergreifen somatischer, psychologischer und sozialer bzw. Umweltfaktoren erklärt werden können. Das Ziel der Diagnostik funktioneller Störungen der Nahrungsaufnahme sollte die Gewinnung eines ganzheitlichen Bildes des betroffenen Kindes und seiner Familie bzw. seines nahen Umfelds sein. Hierfür müssen sowohl somatische Faktoren, welche allein für die Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme verantwortlich sein können, ausgeschlossen, als auch begleitende, nicht aber allein ursächliche, somatische Faktoren erfasst und klinisch beurteilt werden. Weiterhin ist es zentral, die gesamte kindliche Entwicklung sowie die Entwicklungsschritte, welche im Rahmen der Essentwicklung vollzogen wurden, zu beurteilen. Das aktuelle Essverhalten, inkl. Kau- und Schluckfähigkeiten, aber auch die Zusammensetzung der Nahrung und das Verhalten in essspezifischen, aber auch alltäglichen Situationen sind Inhalt der Diagnostik bei funktionellen Störungen der Nahrungsaufnahme. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf den Interaktionen des Kindes mit seinen Bezugspersonen (z. B. Eltern, Grosseltern, Erzieher).