Literaturkartographie und -geographie: „auf die blau leuchtende Tankstelle zu“. Zu einem erzählerischen Knotenpunkt in Thorsten Nagelschmidts Arbeit
摘要
Der 2020 veröffentlichte Episodenroman Arbeit von Thorsten Nagelschmidt spielt zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang und begleitet über zwölf Stunden hinweg diejenigen, die das Nachtleben in der international gefeierten Partymetropole Berlin ermöglichen, ohne selbst mit von der Partie zu sein. Es werden die Geschichten von einem Taxifahrer, Rettungssanitäter*innen, Polizist*innen, Drogendealern uvm. im Text zuerst lose miteinander verbunden und zunehmend enger miteinander verknüpft. Wie der vorliegende Beitrag zeigt, läuft mit den Figuren auch die Erzählung „auf die blau leuchtende Tankstelle zu“ (Nagelschmidt 2020, S. 282). Ausgehend von geopoetischen Beobachtungen wird eruiert, dass der Roman Arbeit nicht nur hinsichtlich seiner raumtheoretischen Verfasstheit fluid ist, sondern auch (literatur-)geographisch und metaphorisch seinen Erstraum Berlin zu einem liquid fiktionalisierten Raum remodelliert, durch den Wasser, Menschen sowie der Geldfluss der titelgebenden Arbeit gleichsam strömen. An der Tankstelle fließen sie ineinander.