Die Glitzerfäden aus der Staatsbibliothek Berlin Unter den Linden – Stunden mit brillanter und mit bizarrer Literatur
摘要
Die Staatsbibliothek Berlin beherbergt eine Sammlung von mehr als zehn Millionen Büchern und Zeitschriften, darunter wohl einen Großteil, wenn nicht sogar die gesamte deutschsprachige medizinische Literatur. Vier Tage saßen wir in den Magazinen dieser beeindruckenden Sammlung und durchblätterten, lasen und fotografierten rund 20 Regalmeter kinder- und schulärztliche Publikationen des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Die Lesestunden waren in vielerlei Hinsicht fantastisch. Wir fanden großartige unbekannte Literatur zum Thema Alkoholismus in der Schule, Rauchen, Kinderarbeit und Wachstum bei Kindern mit Beobachtungen, die der modernen Forschung an Aktualität in nichts nachstehen. Wir fanden aber auch fantastische Vorstellungen zur Behandlung blasser junger Mädchen, hygienische Vorschriften für Radfahrer und Vorsichtsmaßnahmen vor und nach einer Radtour, zur Frage des Universitätsbesuches von Frauen und von Schülern, die von ihren Lehrern totgeschlagen worden waren. Wir fanden Sterbestatistiken und Beschreibungen der häufigsten nichtinfektiösen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen. Das waren Alkoholsucht und auch damals schon die Fettleibigkeit. Und weil diese Tage so beeindruckend waren, wollen wir – auch wenn es nicht ganz zum Thema gehört – an dieser Stelle ein wenig ausschweifen.