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9. Faden: Ökonomie und Ernährung

  • Michael Hermanussen,
  • Christiane Scheffler

摘要

„Wohlhabend“ ist das entscheidende Wort. Wohlhabende Leute waren schon immer höher gewachsen als die Armen. Selbst im alten Ägypten war die Königselle, gemessen vom Ellbogen bis zur Daumenspitze des Amenemope (um 1250 v. Chr.), mit 52,4 cm als Maßeinheit größer als die Normal-Elle. Größere Menschen haben eine höhere Lebenserwartung, sie haben ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für manche Krebsarten. Große Frauen haben seltener eine Frühgeburt. 1001 Gründe um größer zu sein. Also: Wer ausreichend Geld verdient, kann seine Kinder so ernähren, dass sie optimal wachsen und ihr „volles genetisches Wachstumspotenzial“ erreichen. „Genetisches Wachstumspotenzial“ ist ein weiterer sehr populärer Begriff. Er ist so etwas wie die „maximale Reichweite“, die ein Auto mit einer Tankfüllung fahren kann. Wer beim Wachsen nichts verplempert und immer gut genährt ist, erreicht sein volles Wachstumspotenzial. So die Allerweltsmeinung auch noch in der Wissenschaft. Und weil weltweit rund 150 Millionen. Vorschulkinder zwei Standardabweichungen unter dem WHO-Standard für Körperhöhe liegen, gelten derzeit 150 Millionen Kinder als unterernährt und müssen besser gefüttert werden, damit sie ihr Wachstumspotenzial erreichen – nicht einmal aus rein menschlichen, sondern aus ökonomischen Gründen: Kleine Menschen haben eine verminderte körperliche, neurologische und später wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, so wird es immer wieder behauptet.