Die akute Bergkrankheit (ABK) tritt innerhalb der ersten 72 h einer akuten Höhenexposition auf, wenn der Aufstieg in Höhen >2000–2500 m zu schnell erfolgt. Risikofaktoren für die Entwicklung der ABK sind die absolut erreichte Höhe, die Aufstiegsgeschwindigkeit (im Sinne des täglichen Unterschieds in der Schlafhöhe), das Ausmaß der Vorakklimatisation sowie die individuelle Anfälligkeit. Das Hauptsymptom der ABK sind Kopfschmerzen, die von unspezifischen Symptomen wie Appetitlosigkeit oder Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit oder Schwäche und Schwindel begleitet werden. Von ABK wird im Allgemeinen gesprochen, wenn zusätzlich zum Kopfschmerz mindestens ein weiteres dieser Symptome vorliegt und der Schweregrad der Symptome als zumindest moderat beschrieben wird. Die wichtigsten präventiven Maßnahmen stellen eine ausreichende Vorakklimatisation sowie in Höhen > 3000 m eine gemäßigte Aufstiegsgeschwindigkeit von maximal 500 Höhenmetern pro Tag dar, wobei alle 3–4 Tage ein Ruhetag eingelegt werden sollte. Bei anfälligen Personen mit großer Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer ABK sowie in Situationen, in denen ein schneller Aufstieg unvermeidbar ist, kann eine medikamentöse Prophylaxe der ABK in Erwägung gezogen werden. Der Goldstandard für die medikamentöse Prophylaxe der ABK ist der Carboanhydrasehemmer Acetazolamid. Alternativ kann Dexamethason verwendet werden. Zur Therapie einer leichten ABK wird ein Ruhetag ohne weiteren Höhengewinn empfohlen. Bei Kopfschmerzen und Übelkeit können ggf. Analgetika und Antiemetika ergänzt werden. Bei schwerer ABK besteht die Therapie der Wahl im Abstieg. Wenn dieser nicht möglich ist, können Dexamethason und/oder Sauerstoff gegeben werden.

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Akute Bergkrankheit

  • Marc Moritz Berger,
  • Rainald Fischer,
  • Mahdi Sareban

摘要

Die akute Bergkrankheit (ABK) tritt innerhalb der ersten 72 h einer akuten Höhenexposition auf, wenn der Aufstieg in Höhen >2000–2500 m zu schnell erfolgt. Risikofaktoren für die Entwicklung der ABK sind die absolut erreichte Höhe, die Aufstiegsgeschwindigkeit (im Sinne des täglichen Unterschieds in der Schlafhöhe), das Ausmaß der Vorakklimatisation sowie die individuelle Anfälligkeit. Das Hauptsymptom der ABK sind Kopfschmerzen, die von unspezifischen Symptomen wie Appetitlosigkeit oder Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit oder Schwäche und Schwindel begleitet werden. Von ABK wird im Allgemeinen gesprochen, wenn zusätzlich zum Kopfschmerz mindestens ein weiteres dieser Symptome vorliegt und der Schweregrad der Symptome als zumindest moderat beschrieben wird. Die wichtigsten präventiven Maßnahmen stellen eine ausreichende Vorakklimatisation sowie in Höhen > 3000 m eine gemäßigte Aufstiegsgeschwindigkeit von maximal 500 Höhenmetern pro Tag dar, wobei alle 3–4 Tage ein Ruhetag eingelegt werden sollte. Bei anfälligen Personen mit großer Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer ABK sowie in Situationen, in denen ein schneller Aufstieg unvermeidbar ist, kann eine medikamentöse Prophylaxe der ABK in Erwägung gezogen werden. Der Goldstandard für die medikamentöse Prophylaxe der ABK ist der Carboanhydrasehemmer Acetazolamid. Alternativ kann Dexamethason verwendet werden. Zur Therapie einer leichten ABK wird ein Ruhetag ohne weiteren Höhengewinn empfohlen. Bei Kopfschmerzen und Übelkeit können ggf. Analgetika und Antiemetika ergänzt werden. Bei schwerer ABK besteht die Therapie der Wahl im Abstieg. Wenn dieser nicht möglich ist, können Dexamethason und/oder Sauerstoff gegeben werden.