Die Ermittlungslogiken und -praktiken in chinesischen Gong’an-Erzählungen am Beispiel von Longtu Gong’an und Wu Zetian si da qi’an
摘要
Gong’an (公案) ist eine traditionelle chinesische Literaturgattung, die ihre Blütezeit in der Ming- und Qing-Dynastie (1368–1644 und 1636–1911) erlebte. Nach einer kurzen Einführung in die Gattungsgeschichte und sozio-historischen Hintergründe werden in diesem Beitrag die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Gong’an-Erzählungen und der westlichen Detektivliteratur am Beispiel von Longtu Gong’an untersucht. Dabei handelt es sich um eine repräsentative Sammlung aus der frühen Entwicklungsphase der Gong’an. Der Vergleich konzentriert sich hier auf die Ermittlungsmethoden von Richter Bao und die besonderen Schlüsselelemente im Ermittlungsprozess. Gong’an (公案) ist eine traditionelle chinesische Literaturgattung, die ihre Blütezeit in der Ming- und Qing-Dynastie (1368–1644 und 1636–1911) erlebte. Nach einer kurzen Einführung in die Gattungsgeschichte und sozio-historischen Hintergründe werden in diesem Beitrag die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Gong’an-Erzählungen und der westlichen Detektivliteratur am Beispiel von Longtu Gong’an untersucht. Dabei handelt es sich um eine repräsentative Sammlung aus der frühen Entwicklungsphase der Gong’an. Der Vergleich konzentriert sich hier auf die Ermittlungsmethoden von Richter Bao und die besonderen Schlüsselelemente im Ermittlungsprozess. Anschließend wird basierend auf einer Auslegung des Begriffs „Serendipität“ das Werk Wu Zetian si da qi’an exemplarisch analysiert, um herauszufinden, welche Rolle die spezielle Konfiguration des Serendipitätsprinzips in der Gong’an-Literatur spielt. Das letztgenannte Werk ist kennzeichnend für die späteren Entwicklungsphasen dieser Gattung und steht der westlichen Detektivliteratur näher.