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Europa als postnationale Idee in Robert Menasses Die Hauptstadt und Die Erweiterung: Eine literatursoziologische Analyse

  • Barbara Hönig

摘要

In der Geschichte der Soziologie hat Wolf Lepenies die These etabliert, wonach sich die wissenschaftliche Disziplin in Deutungskonkurrenz zur Belletristik einerseits und zu den Naturwissenschaften andererseits behaupten musste und sich gleichsam als „dritte Kultur“ herausbildete. Anknüpfend an diese These geht der Beitrag von der Annahme eines gesellschaftsdiagnostischen Potenzials der Belletristik als eine Form von Soziologie aus; empirisch wird dies anhand der literarischen Beispiele von Robert Menasses Romanen Die Hauptstadt und Die Erweiterung untersucht. Welche diagnostische Beschreibungs-, Verstehens- und Erklärungsleistung eines postnationalen Europas liefert Menasse in seinen fiktionalen Werken? Wie vermögen diese die Soziologie europäischer Integration, exemplarisch untersucht am Beispiel von Ulrich Becks „Kosmopolitischen Europas“, herauszufordern, zu hinterfragen oder zu ergänzen? Auf der Grundlage einer vergleichenden Analyse des literarischen wie soziologischen Exempels formuliert der Beitrag schließlich resümierende Einsichten zum Verhältnis von Literatur und Soziologie.