Waldromantik und die Poesie des Plötzlichen. Carl Maria von Webers „Freischütz“ im Lichte eines zeitgenössischen Aufsatzes
摘要
Der Beitrag beleuchtet einen kunstästhetischen Aufsatz, der Anfang des 19. Jahrhunderts unter dem Titel Vom Geiste des Romantischen veröffentlicht wurde. In diesem anonymen Text, dessen Urheber wohl der Publizist Siegfried August Mahlmann war, wird der Wald als „Heimath“ der romantischen Poesie charakterisiert. Die Affinität zwischen romantischer Poesie und Waldschauplatz wird mit dem Konzept des Abenteuers begründet: Durch die in den landschaftlichen Gegebenheiten begründete Plötzlichkeit der Vorgänge etabliere der Wald eine „Stimmung für das Ungewöhnliche“, wie sie auch das romantische Kunstwerk auszeichne. So erweist sich der Aufsatz als aufschlussreicher Kontext zur ‚Waldoper‘ Der Freischütz (1821). Friedrich Kind, der Verfasser des Freischütz-Librettos, ließ den Aufsatz kurz vor der Premiere in einer von ihm herausgegebenen Zeitschrift abdrucken und stellte somit selbst einen Bezug zur Oper her.