Neue Feste für Dionysos
摘要
Das antike Theater umspannt mit seiner phänomenalen Wirkungsgeschichte sämtliche Epochengrenzen und verkörpert daher geradezu idealtypisch die ‚immerwährende Antike‘. Aktuellen Zeugnissen dieser Zuneigungsgeschichte geht die Studie auf den Grund. Die postmoderne theatrale Weiterarbeit an den Gattungsprototypen veranschaulicht die zugleich ursprungsbewusste und wandlungsfreudige Chorinszenierung in Aischylos’ Persern, einem mythisch sublimierten Zeitgeschichtsdrama aus dem Jahr 472 v. Chr. Auf der Grundlage einer Analyse von Plotstruktur, Raumsemantik und Gewaltexpression im griechischen Text erfolgt die Interpretation der Vergegenwärtigung chorischer Formdynamiken in verschiedenen aktuellen Inszenierungen. So kann der Nachweis erbracht werden, dass sich gerade die kreative Weiterentwicklung der Chorgestaltung als valider Gradmesser für lebenskräftige Neuinszenierungsmodi der Antike anbietet.