Die Gewährleistung einer ausreichend hohen Trainingsqualität und Trainingswirksamkeit ist seit Langem ein zentraler Fokus der Trainingswissenschaft und Sportpraxis. Besonders im Bereich des Leistungs- und Spitzensports hat sich dieser Fokus in den letzten Jahren erweitert und bezieht zusätzliche Maßnahmen zur Leistungssteigerung mit ein. Hierbei wird vermehrt auch auf die Verbesserung des Regenerationsmanagements geachtet, um eine optimale Balance zwischen Belastung und Erholung sicherzustellen und Überbeanspruchung zu vermeiden. Zum Regenerationsmanagement zählt die Messung des Regenerationsbedarfs sowie die Planung und Anwendung von Regenerationsinterventionen. Bei der Unterstützung von Erholungsprozessen ist die Bedeutung einer angemessenen Ernährung sowie von ausreichend Schlaf unbestritten. Zusätzlich kann in der (leistungs‑)sportlichen Praxis aus einer Vielzahl an regenerationsfördernden Maßnahmen ausgewählt werden, deren Wirksamkeitsnachweis jedoch bislang nur selten unter wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen überzeugend erfolgt ist. Dies gilt sowohl für „traditionelle“ und bei den Athleten beliebte Maßnahmen wie die Massage als auch für neuartige Regenerationstrends wie Foam-Rolling oder für technologisch unterstützte Interventionsstrategien wie z. B. Kältekammern, gerätegestütze Kompressionsanwendungen oder Vibrationsmassage. Training und Wettkampf bewirken Ermüdung und erfordern früher oder später Regeneration. Ermüdung durch Training und Wettkampf ist ein multidimensionaler, auf psychophysiologischer Ebene ablaufender Prozess, der in Abhängigkeit von den Belastungsmerkmalen wie Reizintensität, Trainingsumfang und Reizqualität sowie adressaten- (z. B. Alter, Geschlecht, Trainingsstatus) und umweltspezifischen Besonderheiten (z. B. Umgebungstemperaturen) auf verschiedenen Funktionsebenen des menschlichen Organismus (u. a. Nervensystem, Hormonsystem, Herz-Kreislauf-System, Stütz- und Bewegungssystem, Immunsystem, Stoffwechsel) mit unterschiedlicher Zeitkonstante und Ausprägung parallel und/oder seriell stattfindet. In diesem Kapitel werden potentielle Wirkmechanismen, Effekte und Praxisempfehlungen von Regenerationsinterventionen diskutiert, die in der Sportpraxis sehr beliebt sind, sowie Grundlagen der Sporternährung besprochen. Unter Berücksichtigung individueller und sportartspezifischer Rahmenbedingungen werden Praxistipps für die Auswahl von Regenerationsinterventionen im Sport vorgestellt.

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Regenerationsmanagement und Ernährung

  • Thimo Wiewelhove

摘要

Die Gewährleistung einer ausreichend hohen Trainingsqualität und Trainingswirksamkeit ist seit Langem ein zentraler Fokus der Trainingswissenschaft und Sportpraxis. Besonders im Bereich des Leistungs- und Spitzensports hat sich dieser Fokus in den letzten Jahren erweitert und bezieht zusätzliche Maßnahmen zur Leistungssteigerung mit ein. Hierbei wird vermehrt auch auf die Verbesserung des Regenerationsmanagements geachtet, um eine optimale Balance zwischen Belastung und Erholung sicherzustellen und Überbeanspruchung zu vermeiden. Zum Regenerationsmanagement zählt die Messung des Regenerationsbedarfs sowie die Planung und Anwendung von Regenerationsinterventionen. Bei der Unterstützung von Erholungsprozessen ist die Bedeutung einer angemessenen Ernährung sowie von ausreichend Schlaf unbestritten. Zusätzlich kann in der (leistungs‑)sportlichen Praxis aus einer Vielzahl an regenerationsfördernden Maßnahmen ausgewählt werden, deren Wirksamkeitsnachweis jedoch bislang nur selten unter wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen überzeugend erfolgt ist. Dies gilt sowohl für „traditionelle“ und bei den Athleten beliebte Maßnahmen wie die Massage als auch für neuartige Regenerationstrends wie Foam-Rolling oder für technologisch unterstützte Interventionsstrategien wie z. B. Kältekammern, gerätegestütze Kompressionsanwendungen oder Vibrationsmassage. Training und Wettkampf bewirken Ermüdung und erfordern früher oder später Regeneration. Ermüdung durch Training und Wettkampf ist ein multidimensionaler, auf psychophysiologischer Ebene ablaufender Prozess, der in Abhängigkeit von den Belastungsmerkmalen wie Reizintensität, Trainingsumfang und Reizqualität sowie adressaten- (z. B. Alter, Geschlecht, Trainingsstatus) und umweltspezifischen Besonderheiten (z. B. Umgebungstemperaturen) auf verschiedenen Funktionsebenen des menschlichen Organismus (u. a. Nervensystem, Hormonsystem, Herz-Kreislauf-System, Stütz- und Bewegungssystem, Immunsystem, Stoffwechsel) mit unterschiedlicher Zeitkonstante und Ausprägung parallel und/oder seriell stattfindet. In diesem Kapitel werden potentielle Wirkmechanismen, Effekte und Praxisempfehlungen von Regenerationsinterventionen diskutiert, die in der Sportpraxis sehr beliebt sind, sowie Grundlagen der Sporternährung besprochen. Unter Berücksichtigung individueller und sportartspezifischer Rahmenbedingungen werden Praxistipps für die Auswahl von Regenerationsinterventionen im Sport vorgestellt.