Psychische Störungen in Haft
摘要
Psychische Störungen sind im Strafvollzug stark verbreitet, wobei viele Inhaftierte unter Depressionen, Angststörungen und Substanzmissbrauch leiden. Psychopharmaka spielen eine zentrale Rolle in der Behandlung, bergen jedoch ein hohes Missbrauchs- und Nebenwirkungsrisiko. Themen wie der Umgang mit Depressivität, Angst, Panik, Suizidalität, Schlafstörungen, stationäre Versorgung, Zwangsbehandlung und Haftunterbrechung werden im Artikel beleuchtet. Die Herausforderungen liegen insbesondere in der begrenzten Versorgungskapazität und der Missbrauchsproblematik von Medikamenten. Der moderne Strafvollzug geht historisch auf soziale Einrichtungen des 16. Jahrhunderts, wie das Bridewell Prison & Hospital in London (1553) oder das Tucht- bzw. Spinhuis (1595, 1597) in Amsterdam zurück, somit auf Einrichtungen, die primär für die Versorgung von sozial randständigen Personen, wie Bettlern, Armen und Waisen, psychisch Kranken und Kleinkriminellen vorgesehen waren, wobei im Laufe der Zeit zunehmend auch Straftäter mit gravierenderen Delikten in solchen Einrichtungen untergebracht wurden. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden psychisch Kranke zunehmend in spezielle Heil- und Pflegeanstalten verlegt, die für diese Zwecke geschaffen wurden. Angesichts der weiterhin hohen Prävalenzzahlen für psychisch Kranke in den Anstalten des Justizvollzuges wird deutlich, dass eine klare Trennung zwischen den Straftätern und psychisch Kranken bis zum heutigen Tage nicht gelungen ist.