Einleitung
摘要
Von der Öffentlichkeit noch immer weitgehend unbeachtet gehen Ärzte und Pfleger im Straf- und Maßregelvollzug ihren anspruchsvollen Berufen nach. Während für Außenstehende im wahrsten Sinne des Wortes hohe Mauern Einblicke verwehren, können die im Vollzug Beschäftigten nur selten mit ernsthaftem Interesse statt oberflächlicher Neugierde hinsichtlich ihrer ungewöhnlichen Tätigkeit rechnen. Selbst wer sich mit Gefängnissen und Maßregelvollzugseinrichtungen näher beschäftigt, ist nur selten mit den speziellen Fragen der gesundheitlichen Versorgungsituation Gefangener konfrontiert. Auch im wissenschaftlichen Diskurs waren die Praxis, Problembereiche und Perspektiven der gesundheitlichen Versorgung von Gefangenen und Untergebrachten lange Zeit kaum Thema. Berührungspunkte zwischen Medizin und Vollzug bestehen zunächst lediglich für die kleine Gruppe von Gefängnisärzten, deren beruflicher Alltag weder Gegenstand ihres Studiums war, noch verstärkt Anlass für grundsätzlichere Fragestellungen zu bieten schien, weil der starre juristische Rahmen vorgegeben ist und die haftspezifischen fachlichen Herausforderungen vorrangig scheinen. Für die wenigen Juristen, die sich mit dem eher abseitigen Vollzugsrecht beschäftigen, sei es als Anstaltsleiter, Richter oder Rechtsanwalt, stehen häufig andere Fragen des Vollzugsalltags im Vordergrund, während die Leistungen und Mängel der medizinischen Versorgung eher nebensächlich sind. Die lange Zeit vergleichsweise geringe Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen zu Fragen der Gesundheitsfürsorge im Vollzug beschränkte sich meist auf kürzere Aufsätze zu Teilaspekten oder knappe Erläuterungen der einschlägigen Vorschriften in juristischen Kommentaren und Lehrbüchern.