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Dringend gesucht: Neue Wege zu einer stabilen Ergotalkaloidproduktion

  • Frank Petersen

摘要

Das Mutterkorn war die einzige Substanzquelle für alle Ergotmedikamente und musste in einem ausgesprochen arbeitsintensiven Prozess auf Roggenpflanzen herangezogen werden. Die Sporeninfektion jeder einzelnen Roggenblüte sowie die Ernte der Sklerotien beruhten auf mühsamer Handarbeit (Abb. 9.1, 9.2 und 9.3). Die Kultivierung des Claviceps-Pilzes, für die anfänglich Wildisolate verwendet wurden, ergab in den Vierzigerjahren etwa 400 kg Mutterkorn pro Hektar, aus denen nur 4 kg Gesamtalkaloide gewonnen wurden [1]. Zur ertragsarmen Alkaloidproduktion kamen unkalkulierbare Störfaktoren hinzu, die das Ernteergebnis des Mutterkorns schmählern und eine stabile Belieferung des Arzneimittelmarkts gefährden konnten. Auf der Nachfrageseite stand ein Sklerotienbedarf, der kontinuierlich anzog und die Versorgungssituation zusätzlich verschärfte. So verdoppelten sich allein die jährlichen Sklerotienimporte in die Vereinigten Staaten zwischen 1913 und 1919 von 58 auf 112 Tonnen fast verdoppelt und erreichten einen Warenwert von 208.000 US-Dollar [2].