Disability (D) beim Kindernotfall
摘要
Allgemein: Eine überblickende neurologische Notfalluntersuchung des Kindes ist wegweisend für die weitere Behandlung. Die Komplexität der klinisch-neurologischen Untersuchung wird auf ihre wesentlichen Teile, jene, die für die Weichenstellung der Notfallversorgung und Sicherung des unmittelbaren Überlebens entscheidend sind, reduziert. Für die Einschätzung des Schweregrades der Beeinträchtigung ist vorwiegend die Vigilanz, das Vorhandensein von Schutzreflexen, die Atmung, das Fehlen von fokal-neurologischen Defiziten und die Geschwindigkeit der Symptomprogredienz entscheidend. Das beste Monitoring für einen pädiatrischen Notfallpatienten ist die aufmerksame klinische Beobachtung. Die neurologische Notfallbeurteilung ist ohne Beurteilung der Vitalparameter unvollständig. Zum Ausschluss einer leicht behebbaren Ursache darf die Bestimmung und Dokumentation des Blutzuckers bei keinem vigilanzgeminderten Notfallpatienten fehlen. Schädel-Hirn-Trauma: Übelkeit und Erbrechen, sichtbare Verletzungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Seh-, Hör-, Vigilanz-, Motorik- und Gedächtnisstörungen sowie epileptische Anfälle sind Symptome eines SHTs. Die Einschätzung der Verletzungsschwere und die damit verbundene Vermeidung von Über- und Unterdiagnostik/-therapie stellt eine große Herausforderung an das medizinische Personal dar. Eine Vigilanzminderung und pathologische Atemmuster sind hierbei die besten Indikatoren. Die Einteilung des SHT erfolgt analog zur Erwachsenenmedizin in die Kategorien leicht (GCS 13–15), mittelschwer (GCS 9–12) und schwer (GCS 3–8). Ein initialer GCS von 15 schließt eine intrakranielle Verletzung nicht sicher aus. Das Behandlungsteam muss jederzeit auf eine klinische Verschlechterung, insbesondere Hypoventilation oder epileptische Anfälle, vorbereitet sein. Bis zum Kleinkindesalter besteht ein erhöhtes Risiko für Subduralhämatome durch Abriss der Brückenvenen, welche beim Säugling einen signifikanten Blutverlust bis zum hypovolämen Schock bedingen können. Epileptische Anfälle: Die Therapie epileptischer Anfälle und des Status epilepticus ist klar strukturiert und folgt einem Stufenschema. Nach dem Wahrnehmen der Uhrzeit, dem Herstellen der Sicherheit, der Lagerung in der stabilen Seitenlage und einer eventuellen Sauerstoffgabe, erfolgt die Erstlinientherapie mit einem Benzodiazepin bukkal, nasal, intramuskulär, rektal oder intravenös. Ein Gefäßzugang wird erst zur Zweitlinientherapie benötigt. Unterdosierungen und Verzögerungen sind die häufigsten Gründe für Therapierefraktärität. Fazit: Für die Versorgung von Kindern gilt, dass weniger oftmals mehr ist. Falscher oder fehlgeleiteter Aktionismus hat immer das Potenzial mehr Probleme zu kreieren, als er löst, und dem Kind durch durchgeführte Maßnahmen zu schaden. Deshalb sollte jeder Behandlungsschritt nach dem Kriterium Primum non nocere („Erstens nicht schaden“) sorgfältig abgewogen werden.