Offenbarung als Verhältnis von Gesetz und Evangelium. Zu Schellings Vergleich seiner Spätphilosophie mit Luther
摘要
Am Ende der 24. Vorlesung der Darstellung der reinrationalen Philosophie setzt Schelling seine Verhältnisbestimmung von negativer und positiver Philosophie zur Unterscheidung von Gesetz und Evangelium in Beziehung. Der Beitrag geht der Frage nach, was es mit diesem Selbstvergleich auf sich hat. Teil 1 erinnert an Luthers Verhältnisbestimmung von Gesetz und Evangelium. Teil 2 reflektiert, inwiefern Schelling Luthers Position eine spekulative Wendung gibt. Teil 3 stellt die Frage, welche Schlussfolgerungen aus Schellings Selbstvergleich für Debatten der Gegenwart zu ziehen sind. Vertreten wird folgende These: Wer der Arbeit am Begriff nicht wie ein antinomistischer Schwarmgeist enthoben zu sein glaubt, der muss Luthers Idee von einem „lebenslangen Säuerungsprozess“ auch und gerade auf begrifflicher Ebene applizieren.