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Schellings Konzeption einer „philosophischen Religion“ in Querschnitten ihrer Entwicklung über das Spätwerk hinweg

  • Thomas Buchheim

摘要

Durch zeitliche Reihung von Schellings Stellungnahmen zur „philosophischen Religion“ wird eine Entwicklungslinie seiner Auffassungen bis zur spätesten Zeit erkennbar: Während er die philosophische Religion zuerst noch als eine der Spielarten im genus proximum der „wissenschaftlichen Religionen“ mit der in seinen Augen höchstentwickelten der historisch wirklichen Religionen (dem Christentum) identifiziert, wird in späteren Texten zunächst das genus proximum wissenschaftlicher Religion als eigene Religionsgattung zweifelhaft und damit auch das Konzept Vernunftreligion fragwürdig und am Ende ganz eliminiert. Die Konsequenz ist, dass eine philosophische Religion im Unterschied zu den historisch wirklichen bis dato überhaupt „nicht existiert“ und also mit keiner der wirklichen Religionen zu identifizieren sein kann. Vielmehr würde die philosophische Religion, wenn sie als dritte Religionsart (nach mythologischer und geoffenbarter Religion) in Zukunft einmal existieren sollte, mit keiner der bis jetzt wirklichen identisch sein, obwohl sie nach Schellings Überzeugung am ehesten von einem Begreifen der christlichen Religion aus zu gewinnen wäre. Das schlösse aber nicht aus, dass philosophische Religion, ist sie überhaupt zur Existenz zu bringen, ggf. auch von anderen wirklichen Religionen aus zu gewinnen wäre.