Schellings Idee des Menschen und seine Konzeption der Religion in der Identitätsphilosophie
摘要
In der Identitätsphilosophie Schellings tritt die philosophische Paradoxie, dass Eines zugleich Alles und Alles zugleich Eins sei, besonders deutlich zu Tage. In der Behandlung dieser Paradoxie wird die Bedeutung der Religion für Schelling deutlich. Denn die Vielheit der Wirklichkeit wird für Schelling nur durch den Akt des Abfalles real. Schelling weist also das traditionelle Denken, das in Graden des Seins operierte, zurück und stellt einen wahrhaften Akt in das Zentrum seines Denkens. Damit verlagert sich die Paradoxie der Einheit in die Frage nach dem Bösen oder der Sünde, eben den Abfall von Gott. Abfall von Gott und Versöhnung mit ihm bilden daher die wesentlichen Stationen einer – nun neu zu denkenden – Geschichte, die nun den Inhalt der Identitätsphilosophie ausmacht. Damit baut Schelling die geschichtsphilosophischen Modelle des 18. Jahrhunderts, u. a. Kants, aus, die – angesichts der Kluft von Eigeninteresse und Allgemeinheit das Soziale selbst als Paradoxie begreifen mussten. Die Paradoxie wird von Schelling also verzeitlicht und als Weg des Menschen vom „Elend ohne Gott“ hin zur Versöhnung mit und in dem Einen verstanden.