Schellings frühe Religionsphilosophie zwischen 1790 und 1800
摘要
Im Zentrum von Schellings eigenständigen Tübinger Studien steht die Ausarbeitung einer biblischen wie historischen Hermeneutik. Mittels dieser verortet er das Christentum einerseits als geschichtsphilosophische Größe zwischen antikem Heidentum und Judentum, und bestimmt anderseits den christlichen Glauben als höheres Moralitäts- und Freiheitsbewusstsein gegenüber diesen. Schellings erste Entwürfe zu Transzendental- und Naturphilosophie ab 1795 bilden demgegenüber die methodische Grundlage für seine spätere Identitätsphilosophie, aber auch für die Religionsphilosophie im System des transzendentalen Idealismus von 1800. Der vorliegende Beitrag nimmt diese Zusammenhänge und Entwicklungen im Horizont der theologischen Debattenlage der Zeit sowie anhand von Schellings Rezeption der Philosophien Kants und Fichtes in den Blick.