Konzeptverändernde Psychologiedidaktik
摘要
Lernen erfolgt auf vielfältige Weise, über unterschiedliche Lernwege. Neue Lerninhalte werden dabei immer vor dem Hintergrund des Vorwissens der Lernenden wahrgenommen, selektiert, interpretiert und verarbeitet. Neue Informationen und Fachinhalte werden mit dem bestehenden (Vor-)Wissen in Verbindung gebracht, und im besten Fall in die bestehenden Wissensstrukturen integriert, um Bedeutung zu erhalten, langfristig behalten und angewendet zu werden. Bestehendes Wissen bzw. bestehende Konzepte werden beim Lernen umstrukturiert, sie werden verändert. Genau hier setzt der fachdidaktische Ansatz an, der in diesem Kapitel vorgestellt wird: Lernen als Konzeptveränderung. Die konzeptverändernde Psychologiedidaktik verfolgt das Ziel, Lernende explizit darin zu unterstützen, Alltagspsychologie und Fachpsychologie miteinander zu verknüpfen und fachpsychologische Konzepte in die bestehenden Wissensstrukturen zu integrieren, damit sie auch im Alltag Anwendung finden. Die Grundlage bildet die Theorie des Conceptual Change sowie die Forschung über subjektive Theorien und psychologische Misskonzepte (Abschn. 6.1). Vorgestellt werden die Kernelemente eines psychologiedidaktischen Ansatzes zum gezielten Anstoß von Konzeptveränderungsprozessen (Abschn. 6.2), untermauert durch unterrichtsmethodische Beispiele aus einer entsprechend entwickelten Unterrichtsreihe (Abschn. 6.4). In der didaktischen Reflexion (Abschn. 6.3) werden die Stärken und Herausforderungen der konzeptverändernden Psychologiedidaktik aus unterschiedlichen Gesichtspunkten herausgearbeitet und abschließend vor dem Hintergrund möglicher Weiterentwicklungen (Abschn. 6.5) diskutiert.