Forschungsgegenstände werden, wie zahlreiche wissenschaftshistorische und genretheoretisch-linguistische Untersuchungen gezeigt haben, in und durch Kommunikation geformt. Das Kapitel entwickelt aus dieser Grundeinsicht (Abschn. 4.2) eine psychologiedidaktische Perspektive, in der die Art und Weise, wie psychologische Erkenntnisse sprachlich verfasst werden, zum Analysegegenstand wird. Wissenschaftliche Praktiken und Artefakte werden analytisch und kritisch in den Blick genommen (Abschn. 4.3 und 4.4) und dies zum Mittel des Lernens gemacht. Sich kritisch zur Psychologie zu verhalten, hat dabei die Bedeutung einer wachen Distanz zu dem, was innerhalb der Psychologie als selbstverständlich wahrgenommen wird: Schüler*innen sollen erkennen, dass und wie Wissenschaft, insbesondere aktuelle Forschung, sprachlich gemacht wird, und daraus Schlüsse für ihre eigene Haltung gegenüber der und Bewertung von Wissenschaft ziehen (Abschn. 4.5). Wie dies geschehen kann, wird an einem Unterrichtsbeispiel illustriert. Dieser Schwerpunkt trägt zu den Fähigkeiten selbstständiger Urteilsbildung und reflektierter Auseinandersetzung mit unterschiedlichen (Lebens-)Wirklichkeiten bei. Er erlaubt es, sich reflexiv mit Wissenschaft zu beschäftigen, gerade auch mit aktueller Forschung und stärkt die Lernenden als Beteiligte an gesellschaftlichen Diskursen, indem er ihnen eine Analyseperspektive bietet, die auf jeden Diskurs angewandt werden kann und in der sie als Beteiligte an einem Diskurs, nicht nur als Lernende, ernst genommen werden.

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Psychologiedidaktik durch Analyse von Kommunikation

  • Ingrid Scharlau,
  • Christine Schreiber,
  • Justine Patrzek

摘要

Forschungsgegenstände werden, wie zahlreiche wissenschaftshistorische und genretheoretisch-linguistische Untersuchungen gezeigt haben, in und durch Kommunikation geformt. Das Kapitel entwickelt aus dieser Grundeinsicht (Abschn. 4.2) eine psychologiedidaktische Perspektive, in der die Art und Weise, wie psychologische Erkenntnisse sprachlich verfasst werden, zum Analysegegenstand wird. Wissenschaftliche Praktiken und Artefakte werden analytisch und kritisch in den Blick genommen (Abschn. 4.3 und 4.4) und dies zum Mittel des Lernens gemacht. Sich kritisch zur Psychologie zu verhalten, hat dabei die Bedeutung einer wachen Distanz zu dem, was innerhalb der Psychologie als selbstverständlich wahrgenommen wird: Schüler*innen sollen erkennen, dass und wie Wissenschaft, insbesondere aktuelle Forschung, sprachlich gemacht wird, und daraus Schlüsse für ihre eigene Haltung gegenüber der und Bewertung von Wissenschaft ziehen (Abschn. 4.5). Wie dies geschehen kann, wird an einem Unterrichtsbeispiel illustriert. Dieser Schwerpunkt trägt zu den Fähigkeiten selbstständiger Urteilsbildung und reflektierter Auseinandersetzung mit unterschiedlichen (Lebens-)Wirklichkeiten bei. Er erlaubt es, sich reflexiv mit Wissenschaft zu beschäftigen, gerade auch mit aktueller Forschung und stärkt die Lernenden als Beteiligte an gesellschaftlichen Diskursen, indem er ihnen eine Analyseperspektive bietet, die auf jeden Diskurs angewandt werden kann und in der sie als Beteiligte an einem Diskurs, nicht nur als Lernende, ernst genommen werden.