Bewältigung und Intoleranz: Diagnose und empirische Untersuchungen
摘要
Bei der Darstellung verschiedener Verfahren zur Messung von Bewältigung behandele ich zunächst Ansätze zur Erfassung der aktuellen Bewältigung und danach solche für die Diagnose von Bewältigung auf der Ebene der Persönlichkeitsmerkmale. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass einige Verfahren, die sich zunächst mit aktueller Bewältigung befassen, im Prinzip auch zur Beschreibung von Dispositionen herangezogen werden können. Anders als bei der theoretischen und empirischen Bestimmung von Angst fällt es überhaupt für die Messung der Bewältigung schwer, aktuelle und dispositionelle Formen deutlich voneinander zu trennen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass man bei einem Angsttest über die Instruktion („Wie fühlen Sie sich im Augenblick“ vs. „… im Allgemeinen“) relativ genau ansteuern kann, ob man den Zustand oder die Disposition erfassen will. Bei der Bewältigung wird dagegen (ausser in einigen Laborexperimenten) fast nie gefragt, was der Proband momentan tut, sondern meist, wie er mit einem belastenden Ereignis umgegangen ist (z. B. „Ich versuchte, nicht an die bevorstehende Operation zu denken“). Hier werden zeitlich länger erstreckte und oft wiederholt auftretende Sachverhalte erfasst, die zudem noch häufig den Charakter von Strategien haben, also von relativ dispositionsnahen Merkmalen.