Inklusives Übersetzen. Überlegungen zum Sprachtransfer in den Saarbrücker Prosaepen der Elisabeth von Nassau-Saarbrücken
摘要
Die vier um 1435 entstandenen Saarbrücker Prosaepen zeigen nicht nur unterschiedliche Übersetzungspraktiken, sondern auch einen heterogenen Umgang mit ‚Übersetzungsfehlern‘. So zeigt sich, dass neben der Integration durch stetige Anpassung von Missverständnissen aus der französischen Vorlage auch eine Art inklusives Übersetzen stattfindet, wenn die einmal aus einem solchen Missverständnis hervorgegangene, neu geformte Lesart nicht mehr angepasst, sondern in die Struktur des Textes inkludiert und auch in der Folge so wahrgenommen wird. Die Übersetzungseigenheiten der einzelnen Prosaepen zeigen, dass sie schwerlich das Projekt eines/r einzelnen Übersetzenden sein können. So gilt es neu zu fragen, inwieweit Elisabeth als Übersetzerin – wenn überhaupt – wohl am stärksten in die Arbeit am Loher und Maller eingebunden war. Schließlich wird sie nur in diesem Text dezidiert genannt und gerade hier liegt die explikativste und sprachlich kompetenteste Übersetzung mit gezielten Kommentaren vor.