Intersektionale Perspektiven auf Sklaverei und Schwarzen Widerstand in Nesselrode zu Hugenpotts Zamor und Zoraide (1778)*
摘要
Mit der Geschichte des entführten Sklaven Zamor, der in Jamaika zum An- und Wortführer eines Sklavenaufstandes wird, greift Nesselrode zu Hugenpott in seinem Schauspiel Zamor und Zoraide (1778) einen zentralen literarischen Stoff der europäischen Abolitionsdebatten des 18. Jahrhunderts auf. Der Beitrag möchte zeigen, dass der auf die Bühne gebrachte Schwarze Widerstand und die Frage nach der Unrechtmäßigkeit der Sklaverei dabei wesentlich über die Intersektionalität der Figuren mitverhandelt wird. Die stoffliche Übersetzung der Saint-Lambert’schen Ziméo-Erzählung (1769) in die Form des Dramas geht mit einer Dynamisierung der dem Plot und den Figuren zugrundeliegenden Ungleichheitskategorien race, class/rank und gender einher, durch die die Schwarzen Akteur*innen nicht nur bühnenfähig, sondern auch politisch sprechfähig werden. Indem sie ihre Emanzipation naturrechtlich begründen, stellen sie die Widersprüchlichkeit universeller aufklärerischer Freiheits- und Gleichheitsideale aus.