Judentum
摘要
Thomas Manns Verhältnis zum Judentum und demzufolge seine literarische Gestaltung jüdischer Figuren machten im Lauf seiner Lebenszeit beträchtliche Wandlungen durch. Wenn diese von der Forschung wenig wahrgenommen wurden, dann sicherlich wegen der Bedeutung, die ihm seit der NS-Diktatur als dem Repräsentanten eines besseren Deutschland zuwuchs, als einem engagierten Fürsprecher auch der deutschen Juden, der deren Beiträge, »rezeptiv und produktiv«, zur »Kultur ihres sogenannten Wirtslandes« zu ehren wusste (GW XIII, 482). In der Folge solcher vergangenheitspolitischen Vereinnahmungen musste er von der Geschichte des Antisemitismus gründlicher dissoziiert werden, als es ein unvoreingenommener Blick v. a. auf sein Frühwerk eigentlich zuließe.