Die dem Gregorius Hartmanns von Aue nachgestaltete Geschichte des aus Geschwisterinzest geborenen Fürstenkindes Gregorius (Grigorß),der auf dem Meer ausgesetzt, von Fischern gefunden und in einem Kloster erzogen wird, der als Jüngling den Mönchshabit mit der Ritterrüstung vertauscht und auf aventiure auszieht,unwissentlich seine Mutter aus kriegerischer Belagerung befreit, heiratet und nach der Aufdeckung dieses zweiten Inzests auf einer Felseninsel siebzehnjährige Buße tut, um an deren Ende durch göttliche Gnade zum »sehr großen Papst« berufen zu werden, nun seinerseits seine sündige Mutter zu begnadigen und aller Welt Segen zu spenden – diese mittelalterliche Legende bildet die Grundlage von Thomas Manns vorletztem Roman Der Erwählte. Der Roman erschien 1951 als Einzelband innerhalb der Stockholmer Gesamtausgabe der Werke Thomas Manns; um den amerikanischen Urheberschutz zu sichern, war zuvor eine kleine Auflage von 60 nummerierten und signierten Exemplaren in New York publiziert worden (zur Publikationsgeschichte vgl. GKFA 11.2, 162–182). Als Erzähler erscheint der in St. Gallen weilende Mönch Clemens der Ire, der sich als »Verkörperung « des über den Zeiten und Sprachen waltenden »Geistes der Erzählung« vorstellt

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Der Erwählte (1951)

  • Heinrich Detering,
  • Stephan Stachorski

摘要

Die dem Gregorius Hartmanns von Aue nachgestaltete Geschichte des aus Geschwisterinzest geborenen Fürstenkindes Gregorius (Grigorß),der auf dem Meer ausgesetzt, von Fischern gefunden und in einem Kloster erzogen wird, der als Jüngling den Mönchshabit mit der Ritterrüstung vertauscht und auf aventiure auszieht,unwissentlich seine Mutter aus kriegerischer Belagerung befreit, heiratet und nach der Aufdeckung dieses zweiten Inzests auf einer Felseninsel siebzehnjährige Buße tut, um an deren Ende durch göttliche Gnade zum »sehr großen Papst« berufen zu werden, nun seinerseits seine sündige Mutter zu begnadigen und aller Welt Segen zu spenden – diese mittelalterliche Legende bildet die Grundlage von Thomas Manns vorletztem Roman Der Erwählte. Der Roman erschien 1951 als Einzelband innerhalb der Stockholmer Gesamtausgabe der Werke Thomas Manns; um den amerikanischen Urheberschutz zu sichern, war zuvor eine kleine Auflage von 60 nummerierten und signierten Exemplaren in New York publiziert worden (zur Publikationsgeschichte vgl. GKFA 11.2, 162–182). Als Erzähler erscheint der in St. Gallen weilende Mönch Clemens der Ire, der sich als »Verkörperung « des über den Zeiten und Sprachen waltenden »Geistes der Erzählung« vorstellt