Kulturwissenschaftliche Ansätze haben spätestens seit den 1990er Jahren auch in der germanistischen Literaturwissenschaft Konjunktur. Im Gegensatz zu den Cultural Studies in England oder dem New Historicism in den USA entsteht ›Kulturwissenschaft‹ in Deutschland aber nicht als einheitliche ›Schule‹ an einem bestimmten Ort oder gar als geschlossenes Forschungsparadigma (vgl. Assmann 2008, 18); vielmehr dient sie als Sammelbegriff für verschiedene Modernisierungstendenzen der traditionellen Geisteswissenschaften, denen gemein ist, dass sie »Kunst und Literatur […] als ein Teil der übergreifenden Kultur [wahrnehmen], was sie in Bezug setzt zu politischen, wirtschaftlichen, historischen, gesellschaftlichen Bedingungen und Entwicklungen« (ebd., 18 f.). Ihr Blick richtet sich dabei auf die symbolische Verfasstheit der Welt und auf die medialen Grundlagen von Sinn-Konstruktionen, der »Interessenschwerpunkt verlagert sich […] von inhaltlichen und formalen Textaspekten hin zu transzendentalen Fragen nach den Bedingungen der Erzeugung von kultureller Kommunikation, von Erinnerung und Gedächtnis und von Weltwahrnehmung«.

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Kulturwissenschaften

  • Regine Zeller

摘要

Kulturwissenschaftliche Ansätze haben spätestens seit den 1990er Jahren auch in der germanistischen Literaturwissenschaft Konjunktur. Im Gegensatz zu den Cultural Studies in England oder dem New Historicism in den USA entsteht ›Kulturwissenschaft‹ in Deutschland aber nicht als einheitliche ›Schule‹ an einem bestimmten Ort oder gar als geschlossenes Forschungsparadigma (vgl. Assmann 2008, 18); vielmehr dient sie als Sammelbegriff für verschiedene Modernisierungstendenzen der traditionellen Geisteswissenschaften, denen gemein ist, dass sie »Kunst und Literatur […] als ein Teil der übergreifenden Kultur [wahrnehmen], was sie in Bezug setzt zu politischen, wirtschaftlichen, historischen, gesellschaftlichen Bedingungen und Entwicklungen« (ebd., 18 f.). Ihr Blick richtet sich dabei auf die symbolische Verfasstheit der Welt und auf die medialen Grundlagen von Sinn-Konstruktionen, der »Interessenschwerpunkt verlagert sich […] von inhaltlichen und formalen Textaspekten hin zu transzendentalen Fragen nach den Bedingungen der Erzeugung von kultureller Kommunikation, von Erinnerung und Gedächtnis und von Weltwahrnehmung«.