Obwohl erst vergleichsweise spät von der Forschung hervorgehoben, lassen sich in den Werken Thomas Manns zahlreiche intertextuelle Spuren des Märchens und des Märchenhaften nachweisen. »[D]ieser epische Scherz voller […] symbolischer Zweideutigkeiten ist ein Märchen« (GKFA 14.1, 180), bewirbt Mann seinen zweiten Roman Königliche HoheitKönigliche Hoheit, und auch der Erzähler des ZauberbergsDer Zauberberg betont, »daß die unsrige [Geschichte] mit dem Märchen […], ihrer inneren Natur nach, das eine oder andre zu schaffen hat« (GKFA 5.1, 10). Nachdem bis in die 1990er Jahre solche Hinweise entweder im kursorischen Überblick (Petersen 1973; Marx, TMHb, 1990) oder biographisch-psychologisch (Wysling 1982) untersucht wurden, erschienen Anfang der 1990er Jahre die ersten Monographien, die Auftrittsform und Poetologie des Märchens bei Mann in den Fokus rückten (Syfuß 1993, Maar 1995).

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Märchen

  • Raphael Stübe

摘要

Obwohl erst vergleichsweise spät von der Forschung hervorgehoben, lassen sich in den Werken Thomas Manns zahlreiche intertextuelle Spuren des Märchens und des Märchenhaften nachweisen. »[D]ieser epische Scherz voller […] symbolischer Zweideutigkeiten ist ein Märchen« (GKFA 14.1, 180), bewirbt Mann seinen zweiten Roman Königliche HoheitKönigliche Hoheit, und auch der Erzähler des ZauberbergsDer Zauberberg betont, »daß die unsrige [Geschichte] mit dem Märchen […], ihrer inneren Natur nach, das eine oder andre zu schaffen hat« (GKFA 5.1, 10). Nachdem bis in die 1990er Jahre solche Hinweise entweder im kursorischen Überblick (Petersen 1973; Marx, TMHb, 1990) oder biographisch-psychologisch (Wysling 1982) untersucht wurden, erschienen Anfang der 1990er Jahre die ersten Monographien, die Auftrittsform und Poetologie des Märchens bei Mann in den Fokus rückten (Syfuß 1993, Maar 1995).