›Humor‹ fungiert in der Literaturwissenschaft als ein Sammelbegriff für »alle Spielarten des Komischen« (Preisendanz 2007). Dieser Offenheit und Integrationskraft des Begriffs korrespondiert im Fall Thomas Manns eine spezifische begriffliche Unschärfe: Während es sich bei Manns Ironie um ein gründlich erforschtes Sujet (so schon Hamburger 1965, 225) und für den Rezipienten zumeist unmittelbar identifizierbares Phänomen handelt, ist das humoristische Moment seiner Texte schwerer zu fassen, weil es sich vom Ironischen jeweils kaum oder gar nicht unterscheiden lässt – weder für den Leser und die Leserin noch für den Autor selbst. So lobt Mann etwa in seinem Vorwort zu Joseph Conrads[aut]Conrad, Joseph Geheimagent dessen »festen, kühlen und humoristischen Blick« und charakterisiert diesen als ein »männliches Talent« (GW X, 646), indem er ihn dem virilen Humor der Angelsachsen zuordnet (siehe hierzu Vaget 2011, 47 ff.).

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Humor

  • Julia Schöll

摘要

›Humor‹ fungiert in der Literaturwissenschaft als ein Sammelbegriff für »alle Spielarten des Komischen« (Preisendanz 2007). Dieser Offenheit und Integrationskraft des Begriffs korrespondiert im Fall Thomas Manns eine spezifische begriffliche Unschärfe: Während es sich bei Manns Ironie um ein gründlich erforschtes Sujet (so schon Hamburger 1965, 225) und für den Rezipienten zumeist unmittelbar identifizierbares Phänomen handelt, ist das humoristische Moment seiner Texte schwerer zu fassen, weil es sich vom Ironischen jeweils kaum oder gar nicht unterscheiden lässt – weder für den Leser und die Leserin noch für den Autor selbst. So lobt Mann etwa in seinem Vorwort zu Joseph Conrads[aut]Conrad, Joseph Geheimagent dessen »festen, kühlen und humoristischen Blick« und charakterisiert diesen als ein »männliches Talent« (GW X, 646), indem er ihn dem virilen Humor der Angelsachsen zuordnet (siehe hierzu Vaget 2011, 47 ff.).