Auf die Bedeutung des Motivs der ›Heimsuchung‹, das in seiner wichtigsten Ausprägung in Thomas Manns Œuvre die Zerstörung einer mühevoll aufgebauten und bewahrten (doch immer fragilen, weil auf Triebunterdrückung aufgebauten) Lebensordnung durch eine nicht mit dieser Ordnung vereinbare Liebe meint, hat der Autor selbst mehrfach hingewiesen: Am Beginn des Kapitels »In Schlangennot« von Joseph in ÄgyptenJoseph und seine BrüderJoseph in Ägypten (1936) reflektiert der Erzähler, der hier die Grenze zwischen Fiktion und Realität durchbricht und unmissverständlich zur Stimme des Autors wird, darüber, dass es eine »Vorliebe« (GW V, 1082) für »die Idee der Heimsuchung, des Einbruchs trunken zerstörender und vernichtender Mächte in ein gefaßtes und mit allen seinen Hoffnungen auf Würde und ein bedingtes Glück der Fassung verschworenes Leben« (GW V, 1082 f.) schon im Frühwerk und in der Lebensmitte gab. Vier Jahre später schreibt Thomas Mann in seiner Princeton-Lecture On MyselfOn Myself, dass dieses »Grundmotiv« »im Gesamtwerk die gleiche Rolle spielt wie die Leitmotive im Einzelwerk« (GW XIII, 135).

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Heimsuchung

  • Stephan Stachorski

摘要

Auf die Bedeutung des Motivs der ›Heimsuchung‹, das in seiner wichtigsten Ausprägung in Thomas Manns Œuvre die Zerstörung einer mühevoll aufgebauten und bewahrten (doch immer fragilen, weil auf Triebunterdrückung aufgebauten) Lebensordnung durch eine nicht mit dieser Ordnung vereinbare Liebe meint, hat der Autor selbst mehrfach hingewiesen: Am Beginn des Kapitels »In Schlangennot« von Joseph in ÄgyptenJoseph und seine BrüderJoseph in Ägypten (1936) reflektiert der Erzähler, der hier die Grenze zwischen Fiktion und Realität durchbricht und unmissverständlich zur Stimme des Autors wird, darüber, dass es eine »Vorliebe« (GW V, 1082) für »die Idee der Heimsuchung, des Einbruchs trunken zerstörender und vernichtender Mächte in ein gefaßtes und mit allen seinen Hoffnungen auf Würde und ein bedingtes Glück der Fassung verschworenes Leben« (GW V, 1082 f.) schon im Frühwerk und in der Lebensmitte gab. Vier Jahre später schreibt Thomas Mann in seiner Princeton-Lecture On MyselfOn Myself, dass dieses »Grundmotiv« »im Gesamtwerk die gleiche Rolle spielt wie die Leitmotive im Einzelwerk« (GW XIII, 135).