Obwohl sich in Thomas Manns Theater-Essays (Lübecker TheaterLübecker Theater, Versuch über das TheaterVersuch über das Theater, die Selbstäußerungen zu FiorenzaFiorenza, Rede über das TheaterRede über das Theater, Gedenkrede auf Max ReinhardtGedenkrede auf Max Reinhardt etc.) teilweise die poetologisch motivierte These findet, dass ein Literat dem Theater gegenüber zwangsläufig »Befremdung« (GKFA 14.1, 123) empfinden müsse, zeigen diese Texte eine erstaunlich große theatertheoretische wie -praktische Sachkompetenz. Mehr noch, sie belegen, trotz ihrer u. a. an Friedrich Nietzsche[aut]Nietzsche, Friedrich geschulten Theater-Schelte, eine emotionale Bindung an diese Kunstform: eine »lebenslange, nie ermüdete, aus jeder Sättigung oder Enttäuschung sich in ursprünglicher Frische wiederherstellende sinnlich-geistige Liebesneigung« (GW X, 285). Mann selbst ging gerade in Lübeck und München regelmäßig ins Theater (Ettinger 1988, 38–45; Eilert 2001, 360), nahm an den so genannten ›Autorenabenden‹ des Münchner Universitätsdozenten Artur Kutscher[aut]Kutscher, Artur teil und stand im Münchner »Akademisch-dramatischen Verein« (später: »Neuen Verein«) als Schauspieler auf der Bühne: In einer der ersten deutschen Inszenierungen von Ibsens[aut]Ibsen, Henrik Wildente spielte Mann die Rolle des Großhändlers Werle.

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Theater

  • Andrea Bartl

摘要

Obwohl sich in Thomas Manns Theater-Essays (Lübecker TheaterLübecker Theater, Versuch über das TheaterVersuch über das Theater, die Selbstäußerungen zu FiorenzaFiorenza, Rede über das TheaterRede über das Theater, Gedenkrede auf Max ReinhardtGedenkrede auf Max Reinhardt etc.) teilweise die poetologisch motivierte These findet, dass ein Literat dem Theater gegenüber zwangsläufig »Befremdung« (GKFA 14.1, 123) empfinden müsse, zeigen diese Texte eine erstaunlich große theatertheoretische wie -praktische Sachkompetenz. Mehr noch, sie belegen, trotz ihrer u. a. an Friedrich Nietzsche[aut]Nietzsche, Friedrich geschulten Theater-Schelte, eine emotionale Bindung an diese Kunstform: eine »lebenslange, nie ermüdete, aus jeder Sättigung oder Enttäuschung sich in ursprünglicher Frische wiederherstellende sinnlich-geistige Liebesneigung« (GW X, 285). Mann selbst ging gerade in Lübeck und München regelmäßig ins Theater (Ettinger 1988, 38–45; Eilert 2001, 360), nahm an den so genannten ›Autorenabenden‹ des Münchner Universitätsdozenten Artur Kutscher[aut]Kutscher, Artur teil und stand im Münchner »Akademisch-dramatischen Verein« (später: »Neuen Verein«) als Schauspieler auf der Bühne: In einer der ersten deutschen Inszenierungen von Ibsens[aut]Ibsen, Henrik Wildente spielte Mann die Rolle des Großhändlers Werle.